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Cyberpunk 2077: Ihr dürft keine Kinder abschlachten – kommt wieder runter!

von Toshio Riko
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Cyberpunk 2077: Ihr dürft keine Kinder abschlachten – kommt wieder runter!

Cyberpunk 2077 ist in vielerlei Hinsicht sehr Breathtaking. Und dabei ist das Spiel noch lange nicht erschienen, da müssen wir uns noch mindestens bis April 2020 gedulden. Aber alleine die Vorbestellungen glühen, sofort erreichte das Spiel die Top 1 der Charts. Die 220 € wertvolle Collectors-Edition war nur Stunden nach Verkaufsstart restlos ausverkauft! Doch nun scheint angeblich die massiv gepredigte Immersion in Gefahr. Kreisch – denn man kann keine Kinder töten im Spiel. Wie schlimm! Oder etwa doch nicht?


Kommentar


Ich gebe zu, Gaming ist für mich in den letzten Monaten arg in den Hintergrund gerückt. Wer mich kennt, falls mich überhaupt hier noch wer kennt, weiß, dass ich zuletzt ein Buch veröffentlicht habe und deshalb auch schon zuvor eher wenig Zeit hatte, mich mit Gaming zu beschäftigen. (Keine Werbung, bitte kauft das überteuerte Klopapier NICHT!), über 30 kg in 80 Tagen abgenommen habe … Aber wen interessiert das schon. Auch so rückte das Interesse und der Spaß an den Games an sich in den Hintergrund, ich konnte einfach an fast keinem Spiel mehr etwas abfinden. Nur jetzt, wo ich etwas mehr Zeit habe, spiele ich mal eine halbe Stunde am Tag Rocket League und schwanke so zwischen C1 und C2 … Aber Cyberpunk 2077? Verdammt, auf dieses Spiel fiebere ich seit Jahren hin. Und auch jetzt kann ich es kaum abwarten, mich endlich als V in Night City zu stürzen. Und es ist damit auch das einzige Game aktuell, was ich wirklich heiß erwarte und mich in irgendeiner Form noch für interessiere.

Entsprechend gespannt habe ich die Entwicklung und News zu CD Projekt REDs neuem Spiel mitverfolgt. Zum Beispiel habe ich mich sehr gefreut zu hören, dass CD Projekt über ihren hauseigenen Shop GOG ein Drittel der Vorbestellungen verkaufen konnten. Nicht nur ist GOG ein toller Shop (auch keine Werbung), dank No-DRM, kein Launcher, Geld-zurück-Garantie und gutem Support (es klingt echt wie Werbung, oder?), sondern auch, weil natürlich der Entwickler und Publisher zugleich 100 % der Einnahmen erhält. Dass beim polnischem Entwickler das Budget gut angelegt ist für zukünftige Projekte wissen wir ja.


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Dazu habe ich nun gerade kürzlich mitbekommen, dass man in Cyberpunk 2077 laut offizieller Aussage zwar jedem NPC im Spiel auch mit Aggressivität begegnen kann. Oder anders gesagt: Du darfst sie ermorden, wenn du willst. Aber es gibt leichte Restriktionen. Wichtige Story-Charaktere und vor allem Kinder haben ein Immunitäts-Schild. Ihnen kannst du keinen Schaden hinzufügen. Geschweige sie angreifen. Und das ist ja auch gut so. Einerseits kann man so nicht die Story aus Versehen verbuggen, andererseits braucht man keiner Kinder im Spiel ermorden, oder? Mal davon abgesehen, dass dadurch eine Gefahr bei der Alterseinstufung droht. Ja, das Spie ist so oder so PEGI 18, also noch weiter hoch kann es nicht gehen. Es geht hier wohl eher um die Angst, in einigen Ländern indiziert zu werden. Eine Horror-Vorstellung, wenn man zum Beispiel in den USA vom Markt ausgeschlossen wird.

Also eine logische und richtige Entscheidung. Doch schaut man sich zumindest einige deutsche Kommentare zu dem Thema an, dann sieht man, dass dies viele aufbringt. Regelrecht in rasenden Zorn versetzt. “Was ist jetzt mit der tollen Immersion” und “Ciao Immersion”, oder auch “So viel zur Immersion”, einer sagt auch: “Das war’s dann mit der Immersion”. Merkt ihr was? Alle regen sich wegen der Immersion auf, also wie tief man in das Spiel eintauchen kann. Immersion entsteht durch viele Faktoren wie Open World, guter Grafik, gutem Gameplay, guter Story, Entscheidungsfreiheit und und und. Wenn man CDPR trauen darf, und ich traue ihnen, dann könnte Cyberpunk 2077 neue Maßstäbe in Sachen Freiheiten stellen, besonders bezogen auf die Story in so einem massiven Open-World Titel. 4x größer als Witcher 3 soll das Spiel in Sachen Daten sein. Das lässt sich natürlich auch auf die höhere Grafiklast zurückführen und einer größeren Welt, aber auch die Story wird dem Spieler verschiedenste Möglichkeiten offen lassen, wie man vorgeht. Bis auf der eigene Tod soll es keine Hindernisse geben. Wie man spielt, wen man abmurkst oder rettet, ob man ein Ziel erreicht oder nicht, entscheidet nicht über Erfolg oder “Starten sie die Mission neu”, sondern wie die Story sich für euch fortsetzt. Großartig. Was sind schon “Drücken sie jetzt Kreuz, Kreis, Quadrat oder Dreieck”, um eine Entscheidung zu fällen. Die Entscheidungsfällung verschwimmt im Spiel mit dem Gameplay komplett, zumindest so stelle ich mir das in großen Teilen vor. Dialog-Optionen wird es ja auch geben.

Warum regen sich jetzt also plötzlich so viele darüber auf, dass man, wie schon immer zuvor in anderen Spielen, keine Kinder abschlachten kann? Und immer im Bezug auf die Immersion. Wo schadet oder hilft es denn der Immersion, dass man einem Kind den Kopf wegpusten kann? Wieso wollt ihr unbedingt random irgendwelche, wenn auch aus Pixeln bestehende und virtuelle Kinder, einfach den Garaus machen?

Ich möchte mich hier wirklich nicht als den heiligen Samariter hinstellen. Zu krank bin ich dafür in meinem Kopf und zu sehr stehe ich auch auf kinky stuff. Aber sich über diese Entscheidung aufzuregen und damit die Immersion anzweifeln, das ist sehr gewagt. Aber ich möchte ich alle beruhigen: Ihr werdet auch Kinder ermorden können. So wie schon in Witcher 3 und auch zum Beispiel in Skyrim. Es ist richtig einfach.

Man nennt es Modding. Und zufälligerweise ist CDPR sehr positiv gegenüber Modder eingestellt. Für The Witcher 3 stellte man zum Beispiel auch ein entsprechendes Tool bereit. Auch bei Cyberpunk 2077 möchte man gerne wieder die Szene unterstützen. Noch konzentriert sich das Entwicklerteam aber auf die Fertigstellung des Spiels, bevor an sowas gedacht werden kann. (Aber mit ziemlicher Sicherheit wird auch diesmal CDPR wieder das Modding ermöglichen bzw. vereinfachen!) Wie schon bei The Witcher 3 mit der Mod ” Kill’em All” oder in Skyrim mit der Mod mit “Immersive Children” waren einmal alle NPCs und in Skyrim spezifisch mit der Mod auch die Kinder mortal, also angreifbar und konnten sterben. (Und ja, ich habe auch in Skyrim diese nervigen Blagen mit einem Bogenschuss aus dem Weg geräumt … Was fällt denen auch ein, mit mir ständig Ticken zu spielen?)

Also, kommt alle mal wieder runter. Es wird nicht lange nach Release dauern, dann könnt ihr auch wieder den Amokläufer spielen. Ist ja auch nichts dabei. Nur muss man nun wirklich nicht CDPR dafür kritisieren, gar das Spiel und seine Immersion infrage stellen. Denn die ist nun wirklich nicht geschadet. Und Mods werden wie immer dafür sorgen, dass eben jene Immersion auch noch nach eigenem Belieben erweitert wird. Denn die Polen wissen eben, dass Mods nicht nur das Interesse noch weiterer Spieler anlockt, sie im Spiel hält, man Entwickler-Talente hier findet, sondern auch, dass das Spiel in gewisser Weise verbessert wird und dass man dank der Mods noch viele Verbesserungen und kreative Eigenideen auffinden kann, um sich daran für neue Projekte orientieren zu können.

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