Endlich – Belgien entscheidet, dass Lootboxen Glücksspiel sind!

Die belgische Glücksspielkommission hat sich entschieden; Lootboxen sind Glücksspiel. Endlich, damit sind die ersten Steine gelegt wurden, um dem Betrug an dem Spieler ein Ende zu bereiten. Ein Kommentar!


Ich habe mich schon darauf vor­be­reitet, auf längere Zeit keine Meldung mehr zu hören. Darauf, dass diese Ermitt­lungen der bel­gi­schen Glücks­spiel­kom­mission min­destens einen Monat, aber wohl viel länger andauern werden. Es ging viel schneller. Und die Ent­scheidung ist richtig, sie ist begründet und sie ist ein Gewinn und Sieg für alle Gamer. Denn auch wenn es wenige gibt, die die Prak­tiken der Loot­boxen ver­tei­digen, wir befinden uns auf den fal­schen Pfad.

Was ist pas­siert? Die bel­gische Glücks­spiel­kom­mission leitete letzte Woche eine Ermittlung ein, um her­aus­zu­finden, ob Loot­boxen in Spielen, besonders bezogen auf Over­watch und Star Wars: Battle­front 2, Glücks­spiel-Angebote sind und damit illegal und besonders Kindern zugänglich gemacht werden. Dies wurde nun kurz und bündig mit einem Ja ent­schieden! Sie sind Glücks­spiel, sie sind gefährlich für Kinder und „schädlich für die psy­chische Ent­wicklung und Gesundheit Her­an­wach­sender”.

Diese Ent­scheidung ist zu begrüßen. Denn man mag zwar argu­men­tieren können, dass vor allem in Over­watch der Loot „nur kos­me­ti­scher Natur ist” und keine Vor­teile erbringt. Ja, das stimmt. Gameplay-tech­nisch gesehen habe ich keinen ein­zigen Vorteil, wenn ich einen legen­dären Skin erhalte. Und ja, man kann die Loot­boxen fair über nor­males „daddeln” erhalten. Zuge­geben, bei Over­watch sogar sehr fair. Aber ändert das die Tat­sache, dass es sich hierbei um Glücks­spiel handelt? Nein. Wenn mir ein Casino alle 10 Stunden 2 Chips schenkt, ändert es nicht, dass das Casino Glücks­spiel anbietet.

Und gerade, und da haben die Belgier recht, für Kinder ist dieses frühe Zusam­men­stoßen mit Glücks­spiel nicht unbe­dingt unge­fährlich. Es macht schnell süchtig, man will schnell mehr haben. Und der Umsprung auf ein Casino, zum Bei­spiel im Internet wenn man 18 Jahre alt ist, ist schnell voll­bracht.

Der Betrug muss aufhören!

Sowohl in Over­watch, als auch in Battle­front 2 waren die Loot­boxen Glücks­spiel. Und in vielen wei­teren folgten solche Loot­boxen. Sie sind zu einem fast uner­läss­lichen Bestandteil vieler Publisher geworden, ordentlich Geld zu ver­dienen. Das wider­liche Spiel mit unseren Bedürf­nissen. Da zitiere ich mich ja glatt selber. Sie machen uns süchtig, sie wollen uns sie auf­zwingen, machen uns nette Geschenke und wir tappen einfach in die Falle.

Ent­weder finden Ent­wickler bessere Mög­lich­keiten, mit Mikro­trans­ak­tionen das Geld den Spielern aus der Tasche zu ziehen, oder sie lassen es. Aber die Gaming-Branche muss anfangen, sich wieder zu re-kali­brieren. Die Spiele werden stetig teurer, damit müssen mehr Ein­nahmen her. Dabei haben andere Ent­wickler schon längst gezeigt, dass gute Spiele und gute Gra­fiken auch mit einem gerin­geren Budget möglich sind.

Auf jeden Fall muss der Betrug mit den Loot­boxen auf­hören, oder strengsten kon­trol­liert werden. Aber das ist beinah unmöglich in einem Spiel. Und ich könnte mir nicht vor­stellen, dass ein Ent­wickler sein Spiel als Glücks­spiel anbieten lässt, um Loot­boxen zu ver­kaufen.

Nun leitet auch noch Hawaii eine Ermittlung ein und damit steht fest, dass das Thema nun Global behandelt wird und weitere Länder folgen werden. Ob Deutschland, die USA oder Kanada. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Loot­boxen in allen ver­kaufs­starken Regionen als Glücks­spiel gelten und aus Video­spielen ver­bannt werden. Denn der Plan von Koen Geens, dem Jus­tiz­mi­nister aus Beglien, ist es, EU-weit Loot­boxen als Glücks­spiel zu dekla­rieren.

Quelle: Shooter-Szene (mit wei­teren Quellen)

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