Die AfD und Videospiele – Passt das zusammen?

Was haben die AfD und Videospiele gemeinsam? … Ich bin, seitdem ich mich erinnern kann, ein Herzblutgamer. Ich bin mit Videospielen und dem Computer großgeworden, ich habe viel Zeit mit dieser technischen Kiste verbracht. Meine Leidenschaft ist Gaming, da besteht kein Zweifel. 

Eine landesweite Politikverdrossenheit


Jedoch ist eine weitere Leidenschaft, die ich schon seit frühen Jahren habe, das Interesse an der Politik. Ich habe mich immer informiert und versucht, zu verstehen. Zu verstehen, wie Politik in Deutschland, in Amerika oder in Ländern, wo es keine Demokratie gibt, funktioniert und abläuft.

Je älter ich wurde, desto mehr informierte ich mich über Politik, über die Auswirkung von Handlungen, Taten und Worten. Über Vergangenheit und Zukunft. Was ich verstanden hab, ist, dass Meinungen vielfältig sind, Ansichten uneinheitlich und bei jedem Menschen anders wiederzufinden sind. Kein Bundestagsabgeordneter ist wie der andere. Keine Partei gleicht der anderen, auch wenn einige sich ähneln. Politik ist über Entscheidungen zu debattieren, jeder mit einer Meinung und einen Vorschlag diskutiert mit den anderen. Opposition und Regierung müssten einen Kampf um ihre Gesetze und Beschlüsse, die sie verabschieden wollen, führen. Dennoch auf einer Ebene des Respekts. Denn jeder hat seine eigene Idee, wie etwas zu funktionieren hat. Und am Ende, so wäre es perfekt, müsste man sich in der Mitte treffen, so dass alle Interessen abgedeckt sind und vor allem den Menschen in Deutschland hilft, und nicht schadet. Man nennt es auch einen Kompromiss schließen.

Was ich oben gerade beschrieben hat, findet oder fand so in den letzten Jahren, besonders zu Zeiten der GroKo, nicht statt. Die Politik machte ihr Ding, die Opposition konnte nicht mitbestimmen, es entstand eine landesweite Politikverdrossenheit. Eine, die man durchaus verstehen kann. Man fühlte sich von den Politikern nicht mehr wahrgenommen, nicht mehr ernst genommen. Die entscheiden, aber nicht für uns. Nicht zu unserem Wohl. Und so konnte eine neue, junge und populistische Partei an Macht gewinnen. Die AfD. Sie profitiert von der Unfähigkeit der letzten Regierung, wirklich Politik zu machen.

Die AfD ist eine rechte Partei. Wer das abstreitet, der behauptet auch, es gibt Chemtrails und Merkel ist ein Reptiloid. Man sollte schon dazu stehen, was man gewählt hat. Und akzeptieren, dass Hetzte gegen Ausländer Alltag in dieser Partei ist. Es gibt dennoch einen konservativen Flügel, der sich, ganz nebenbei, gerade abspaltet. Petry und ihr Mann Pretzell sind längst nicht mehr die einzigen. Einer nach dem anderen geht. Von PEGIDA-Gründer Lutz Bachmann hagelt es „scharfe“ Kritik an Weidl. Und sonst ist die Stimmung aufgekocht in der Partei.

Worauf ich hinaus will ist, dass man trotzdem jeden Menschen, sofern er denn nicht gegen unser GG verstößt, anhören sollte. (Ausgeschlossen ist also Hetze und Rassismus). Natürlich kann und sollte man Bedenken an der Flüchtlingspolitik ernst nehmen. Es ist ausgeschlossen, dass jeder den gleichen Weg gehen will. Und so lebe ich auch mein Politikverständnis, man kann und sollte mit jedem Diskutieren und Reden, und sie anhören. Man sollte auf Meinungen eingehen, sie akzeptieren und der Gegenüber sollte aber auch meine Meinung akzeptieren. Nur so funktioniert tatsächlich Politik.

Eine unfassbare Einschränkung unserer wachsenden Medienkultur

AfD und die Videospielindustrie. Das sind zwei Paar Schuhe, die eine unterschiedliche Größe haben. Denn die AfD und Videospiele haben nichts gemeinsam. Ich möchte dabei auf ein Zitat der AfD-BW eingehen aus dem letzten Jahr, welches im Wahlprogramm ausgesagt wurde. Ein Zitat, den jeder Gamer sich mal gründlich durch den Kopf gehen lassen sollte:

„Politik und Medien müssen sich dieses Themas annehmen, z. B. sind FSK-Angaben zu überarbeiten und jugendgefährdende Inhalte konsequent zu indizieren.“

Ich habe nicht nur einmal erlebt, wie sich die Spielerschaft über eine Indizierung eines Spieles aufregt. Andersherum gab es Jubelschreie, als alte Spiele vom Index verschwanden. Man sollte indes nie vergessen, Videospiele, die mit eine USK Freigabe „18“ erhalten haben, können nicht von Minderjährigen gekauft werden. Und wenn ein Elternteil seinem Kind das Spiel kauft… So what. Darüber kann man diskutieren, aber in die Erziehung der Kinder hat weder Staat noch Mensch ein Recht, sich einzumischen. Solange das Kindeswohl nicht geschadet wird.

Mit der AfD, hätte sie denn die Möglichkeit, mitzubestimmen, dann würden uns nicht nur viele Alben und Filme verlassen und auf den Index verschwinden, sondern auch Videospiele.

Der AfD geht es dabei natürlich um den Schutz der Kinder und Jugendlichen. Jedoch können wir heutzutage mit Fug und Recht behaupten, dass Killerspiele nicht den Schaden anrichten, den viele behaupten zu sehen. Ich habe mit 6 Jahren bereits riesige Armeen in den Tod geschickt und rasante Rennen in einer Innenstadt gefahren, später mit 11 kam dann sogar Grand Theft Auto dazu… Und ich bin vieles, aber kein Killer, kein Amokläufer und auch nicht geschädigt von Videospielen mit Gewaltdarstellung. Im Gegenteil. Ich meide sie.

Eine vermehrte Indizierung würde bedeuten, dass die Regeln gelockert werden, von der Politik. Und so verschwinden langsam mehr und mehr Videospiele, Alben oder Filme aus den Regalen und Online-Stores. Das wäre eine unfassbare Einschränkung unserer wachsenden Medienkultur, die gerade jetzt in den letzten Jahren immer mehr an Aufschwung gewonnen hat. Dazu noch, und dies ist kein Geheimnis, haben es viele bei der AfD nicht so mit Kritik. Übt man diese aus, ist es verlogen, hetze oder man ist ein „linksgrünversiffter Anti-Demokrat“.

Und genau hier sehe ich auch das Problem. Hat man die Kontrolle über die Reglementierung der Indizierung, so kann man auch Inhalte indizieren, die „Anti-Deutsch“ sind, „Pro-Willkommenskultur“ oder gar „Anti-AfD“. Davon gibt es, mindestens in der Musikbranche, nicht nur ein paar Künstler. Und in Videospielen sind es immer die bösen Nazis, die als Schlächter und Mörder dargestellt werden.

Die „Killerspiele-Debatte“ ist kein Thema mehr im Bundestag!

Hier vertrete ich eine gänzlich andere Position: Indizieren von Medien, wie Musik, Film und Videospiel sollte komplett abgeschafft werden*. Wollen wir wirklich als Erwachsene bevormundet werden? Entsprechend sollten Spiele natürlich weiterhin mit einem USK-18 Siegel versehen werden, ebenso wie Filme und Alben mit einen parental advisory Stempel. Aber eine Indizierung führt nicht dazu, dass man das Spiel, den Film oder den Track als Minderjähriger, oder Erwachsener, nicht hört. Vielmehr klickt man sich einmal in Google durch, downloaded den -wasauchimmer- auf The Pirate Bay und umgeht ohne Probleme die Indizierung.

Da es aber auch Befürworter der Indizierung gibt, sollte man hier eine Debatte führen, diskutieren! Möglich wären strengere Regeln für Spiele, die von der USK mit 18 besiegelt wurden. Hier gibt es viele Möglichkeiten, ohne, dass eine Bevormundung unsererseits verübt werden muss.

Wir haben gerade geschafft, dass die „Killerspiele-Debatte“ kein Thema mehr ist im Bundestag. Sie wird es aber wieder werden, wenn die AfD weiterhin an dieser Debatte mit strengerer Indizierung festhält. Und das letzte, was ich als Gamer will, sind wieder mehr Indizierungen!

Jeder Gamer sollte sich Gedanken machen, ob er mit seiner Leidenschaft / Hobby sich mit der AfD identifizieren kann. Aber, ich weiß, dass es viele mit einer anderen Meinung gibt, deshalb schreibt diese doch in die Kommentare und wir können diskutieren! Ihr werdet sehen, ein Linker kann diskutieren und anderer Meinung akzeptieren und darauf eingehen. Wenn ihr es denn wollt.

 

*Davon nicht beeinträchtigt dürfen Medien sein, die gegen unsere Gesetzte verstoßen, sollte z.B. über die Musik oder der Film, oder gar das Spiel, Rassismus gefördert, Hetzte betrieben oder eine Terror-Organisation verhalmlost werden. 

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