Reviews – Erklärung Wertungssystem

Jedes Spiel muss anders gewertet werden. Die Balance, das Gameplay, die Nar­rative, die Cha­rak­ter­ent­wicklung und das Auf­treten von Cha­rak­teren all­gemein. Es gibt vieles, was ein Spiel bieten kann, und vieles, was nicht unbe­dingt auf die Gold­waage gelegt werden muss. Anderes hin­gegen schon. Hier die Grund­prin­zipien:

Inhalt

Modell für Story-Sin­gle­player

Bei­spiel-Review Life is Strange

Bei­spiel-Review Mit­telerde: Shadow of Mordor

Ver­gleich mit eta­blierter Fach­presse

Story-Sin­gle­player (Fokus auf Story, kein / nicht zwingend Open-World, Waffen etc).

Auf­treten 20%

  • Wie wurde die Welt umge­setzt, kann man in sie ein­tauchen, wie in ein gutes Buch.
  • Wie har­mo­nieren Sound­track und Spiel zusammen.
  • Welchen Ein­druck hin­ter­lässt das Spiel zu Beginn?
  • Ist es tech­nisch gut umge­setzt, dass man das Spiel genießen kann?
  • Wurden an Details gedacht, um eine glaub­hafte Welt zu ver­kaufen?

Spiel­design, Grafik und Atmo­sphäre 20%

  • Wurde die Geschichte gut in Auf­gaben, Mis­sionen und/oder Abschnitten ver­ar­beitet, sodass man zum Spielen angeregt wird?
  • Passt die Welt zu der Story, lädt sie zum Ent­decken ein wenn Open-World oder lohnt es sich, sie zu erkunden?
  • Passen Sound- und Gra­fik­design zusammen, erreichen sie ihr Ziel?
  • All­ge­meines Gefühl im Spiel.

Gameplay, Schwie­rigkeit, Balance 10%

  • Bietet das Gameplay Mög­lichkeit, in die Story zu ver­tiefen?
  • Ist die Schwie­rigkeit der Geschichte ange­passt?
  • Passen Ele­mente zu der Story

Story und Nar­rative 40%

  • Gibt es einen roten Faden (oder bei einem Ent­schei­dungs­spiel: Haben diese tat­säch­liche Aus­wir­kungen und lassen uns so die Geschichte tat­sächlich „selbst“ schreiben?)
  • Hat die Geschichte Span­nungs­bögen, ist sie logisch erzählt, wie beginnt und endet das Spiel
  • Hat der/die Protagonist/en einen Cha­rakter, kann man sich in sie hin­ein­ver­setzen, wie wirken andere Cha­raktere im Spiel, wie ist die Cha­rak­ter­ent­wicklung. Wenn Ant­agonist, wie wurde dieser in das Spiel ein­gebaut. Kann man logische Schlüsse ziehen.

Umfang 10%

  • Welt zu groß/klein?
  • Mis­sionen, Auf­gaben passend zum Spiel­konzept?
  • Wie­der­spielwert (Gute Geschichten erlebt man gerne zwei Mal)

Um eine Bei­spiel-Wertung zu erhalten, ziehen wir einfach mal ein geliebtes Spiel von mir heran, welches ich in- und aus­wendig kenne. Life is Strange. Den ersten Teil. Jede Kate­gorie wird mit den Ele­menten des Spiels kurz beschrieben und erhält eine Ein­zelnote mit Gewichtung, aus der sich die Kate­gorie-Note ablesen lässt. Und die Kate­gorie-Noten ent­scheiden dann über die finale Note.

Jedes Spiel muss anders gewertet werden. Die Balance, das Gameplay, die Nar­rative, die Cha­rak­ter­ent­wicklung und das Auf­treten von Cha­rak­teren all­gemein. Es gibt vieles, was ein Spiel bieten kann, und vieles, was nicht unbe­dingt auf die Gold­waage gelegt werden muss. Anderes hin­gegen schon. Hier die Grund­prin­zipien: (In der Review selbst wird genaustens auf jeden Punkt ent­spre­chend ein­ge­gangen)

++ Wiegt besonders gut, hohe Gewichtung

+ Wiegt gut, normale Gewichtung

+- Durch­wachsen, normale Gewichtung

- Wiegt schlecht, normale Gewichtung

- – Wiegt besonders schlecht, hohe Gewichtung


Life is Strange Test-Wertung

Auf­treten 9,4 von 10

  • + Klein­stadt mit dem gewissen Flair ( 10 – 20%)
  • + Das „Erwach­sen­werden” mit packender Story (10 – 20%)
  • + Künst­le­rische Detail­arbeit (10 – 20%)
  • + Stimmig in Sound, Musik und Story. (10 – 20%)
  • +- Ani­ma­tionen fast immer perfekt dem Cha­rakter ange­messen (9 – 10%)
  • - Teils emo­ti­onslose Gesichter (5 – 10%)

Spiel­design, Grafik und Atmo­sphäre 9,8 von 10

  • + Wun­der­schöne Aquarell-Grafik (10 – 20%)
  • + Zeit­reisen, Story und Rätsel-Auf­gaben wun­derbar im Zusam­men­spiel (10 – 30%)
  • + Die Musik passt sich Situation und Ort an, sorgt für Kribbeln unter der Haut und per­fekte Atmo­sphäre (10 – 20%)
  • + Interface nicht auf­dringlich und dem Stil ent­spre­chend (10 – 10%)
  • Welt lädt zum Erkunden ein, viele Per­sön­lich­keiten zum Unter­halten. Viele Geschichten, die es zu Ent­decken gilt! (10 – 10%)
  • +- Viele Ent­schei­dungen, selten ohne einen Sinn (8 – 10%)

Gameplay, Schwie­rigkeit, Balance 9,4 von 10

  • + Teils knifflige Rätsel, dank Rewind-Fähigkeit einfach perfekt in Har­monie (10 – 40%)
  • + Ein­fache Steuerung, gepaart mit schweren Ent­schei­dungen (10 – 20%)
  • + Hin­weise zu Objekten etc. sichtbar, aber nicht auf­dringlich (10 – 20%)
  • + Das beklem­mende Gefühl in Ep. 4 (Story und Gameplay-Mix perfekt)
  • +- Schleichen in Ep. 3 etwas unnötig (7 – 20%)

Story und Nar­rative 9,3

  • ++ Die Story ist packend, hat aus­ge­wogene Span­nungs­bögen und pas­sende Cliff­hanger zu Enden einer Episode, führt auf ein Ziel hinaus, ver­liert den roten Faden nicht. (10 – 30%)
  • + Guter Ein­stieg in die Story, lang­sames her­an­tasten und spek­ta­ku­läres Ende (Ende Ep. 4 und gesamte Ep. 5 zählt hier als Ende, wer es gespielt hat, ver­steht es) (10 – 10%)
  • + Das beklem­mende Gefühl in Ep. 4 (Story und Gameplay-Mix perfekt) (10 – 10%)
  • + Als Max in Max mit sel­bigen Pro­bleme des echten Leben ist ein ein­tauchen in die Welt von Life is Strange… zu einfach. Zu packend. Aber auch so ist Max ein wenig Kli­schee, dennoch eine inter­es­sante Per­sön­lichkeit. Ent­wicklung der Freund­schaften und Feind­schaften in einer Woche logisch, sinnvoll und nach­voll­ziehbar. (10 – 10%)
  • + Gute Plot-Twists die im Zusam­men­spiel mit der Rewind-Fähigkeit besonders inter­essant aus­ge­spielt werden. (10 – 10%)
  • +- Span­nende Back­ground-Story (Tagebuch, Cha­rakter-Ein­träge aus der Sicht von Max), „gedank­liches” Vor­lesen wäre als Option besser. (8 – 10%)
  • +- Ent­schei­dungen haben Aus­wirkung auf die Geschichte, aber keine auf das Ende. (6 – 10%)
  • - Teils leichte Logik­fehler zu Beginn, wiegen dafür schwerer. (5 – 10%)

Umfang 10 von 10

  • + Fünf Epi­soden, wer es „genießt”, genießt 3–4h min­destens pro Episode (10 – 25%)
  • + Abwechs­lungs­reich in jeder Hin­sicht, mit hohem Wie­der­spielwert (10 – 25%)
  • + Mini-Game in Form von Fotos schießen. (10 – 25%)
  • + Viel Story abseits der Haupt­ge­schichte (10 – 25%)

In diesem Bei­spiel, einer Bewertung die ich so durchaus ernst meine, würde Life is Strange in der Gesamt­wertung wie oben im Header mit 9,5 abschneiden.

Um ein Gegenbeispiel zu zeigen, Mittelerde: Shadow of Mordor. Ein RPG mit Open-World und Stealth- und Fight-System.

Mordors Schatten Test-Wertung

20% Auf­treten 7,3

  • + Schöner Nachbau Mordors (10 – 20%)
  • + Große Spielwelt (10 – 20)
  • +- aber wenig „Ent­de­ckungs­po­tential” (6 – 30%)
  • - Story mit­tel­mäßig gut rüber gebracht (5 – 30%)

20% Spiel­design, Grafik und Atmo­sphäre 7

  • ++ Gut über­dachte Welt­ge­staltung, bietet viele Mög­lich­keiten auch einen Angriff zu starten (9 – 20%)
  • + Teils gute Musik in Kampf- und Story-Situa­tionen (8 – 10%)
  • + Sound und Synchro gut bis sehr gut (9 – 10%)
  • + Cuts­cenes gut und detail­lierte Weit­sicht (9 – 10%)
  • + Schöne Grafik… (8 – 10%)
  • +- Welt dyna­misch, aber besonders in offenen Gebieten ein­tönig im Design (7 – 10%)
  • - … oft aber auch mat­schig, karge Natur gra­fisch schlecht aus­ge­ar­beitet. (5 – 10%)
  • -  – Sorgt für wenig Atmo­sphäre, trotz Gollum. Konnte Tolkien-Flair und Herr der Ringe-Filme um Längen nicht nahe kommen. (3 – 20%)

30% Gameplay, Schwie­rigkeit, Balance 4,9

  • + Leichtes bis for­derndes Gameplay, guter Mix (10 – 10%)
  • + Dank stärker wer­denden Häupt­lingen (9 – 5%)
  • + Gutes Stealth-Gameplay, abge­guckt von Assassins’s Creed, dennoch in besser. (9 – 5%)
  • + Gutes Kampf-Gameplay, Bogen etwas seltsam (9 – 10%)
  • + Nur Schwert, Dolch und Bogen als Waffe, dafür anpassbar mit Runen (8 – 5%)
  • + KI geht wei­test­gehend in Ordnung und Häupt­linge fordern dank spe­zi­eller Fähig­keiten und „Lern-Effekt”. (8 – 5%)
  • +- Story eher wenig for­dernd. (6 – 5%)
  • +- Nemesis-System teils nett, aber auch teils nicht der Rede wert. (6 – 10%)
  • - Oft haklige Kletter- und Lauf­ani­ma­tionen  (4 – 5%)
  • -  – Viele Fähig­keiten und Runen sind völlig nutzlos (3 – 20%)
  • -  – Ob 10 oder 50 Orcs und Uruks, es greifen nur maximal zwei an und viel­leicht ein Speer-Werfer, den wir ent­spre­chend zuerst aus­schalten. Sogar drei Häupt­linge dazu machen die Situation nicht schwie­riger, im Fall der Fälle kurz weg­laufen und eine Pflanze ernten. (1 – 20%)

20% Story und Nar­rative 3,2

  • + Story beginnt geheim­nisvoll und inter­essant (8 – 10%)
  • - Prot­agonist Talion kaum inter­essant und hat keine Per­sön­lichkeit (3 – 10%)
  • - Cele­brimbor viel inter­es­santer als Talion. Zu wenig Ein­sätze (5 – 10%)
  • - Rache-Story für den gesunden Ego­ismus bei Talion bis zur Schmerz­grenze aus­ge­reizt. Danke, wir wissen, dass du nur für deine Frau so viele Uruks abschlachtest. (2 – 30%)
  • - Cliff­hanger-Ende uner­wartet, unspan­nender End­kampf, plötzlich wird Talion selbstlos. What? (2 – 20%)
  • - Neben-Cha­raktere zu kurz ange­rissen, zu viel Potential ver­schenkt (3 – 10%)
  • - Zu wenig Gollum, nur da, um da zu sein. (5 – 10%)

10% Umfang 5,2

  • + Große Spielwelt, ist dyna­misch und bietet viele Neben­mis­sionen und diverse Her­aus­for­de­rungen      (9 – 20%)
  • +- Story hat eine gesunde Länge, geht aber mehr und besser aus­ge­ar­beitet (6 – 20%)
  • - Ansonsten wenig zu Erkunden (5 – 20%)
  • -  – Ohne DLCs kaum Wie­der­spielwert (3 – 40%)

Mit­telerde: Mordors Schatten hätte von uns nur die Wertung 5,5 erhalten. Das klingt erstmal nach einem sehr schwachen Wert. Nun die Auf­lösung mit dem Ziel unseres Wer­tungs­systems.

Ver­gleichen wir unsere Wer­tungen mit denen der Fach­presse. (Nach Bedarf rechnen wir in unser Nummern-System um)

Life is Strange

Wir GameStar spie­le­tipps Gamespot PCGamer IGN Spain
9,5 8,5 8,3 8 7,7 8,6

Mordors Schatten

Wir GameStar spie­le­tipps Gamespot PCGamer Games­planet
5,5 8,2 8,5 8 8,5 9,5

Bei Life is Strange haben wir eine besonders hohe Bewertung, bei Mordoers Schatten eine sehr abwei­chende. Abwei­chend auch von ein­gän­gigen News-Por­talen. Wer sich die Reviews durch­liest, wird oft sehen, dass viel als „gut” ver­kauft wird, was anscheinend zu stark gewichtet wird. Sie sind nicht gefälscht, jedoch „geschönt”. Mit unserem Wer­tungs­system kann man, wenn man will, genau nach­voll­ziehen, wie es zu der Gewichtung kommt (Wie erwähnt dann in einem Haupt-Review erklärt). Vor allem findet aber auch eine große Unter­scheidung zwi­schen Spie­le­typen, Genres und mehr statt. Besonders posi­tives wird besonders hoch gewichtet usw. Dies führt zu mehr Trans­parenz und zu einer ehr­lichen Wertung.


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