Home Verworfene Werke

Immer mal wieder beginnt man ja mit einem Konzept für ein Buch und stellt fest, dass das doch alles nicht so werden will, wie man es sich vorgestellt hat. Auf dieser Seite möchte ich die Gelegenheit nutzen, einige dieser Titel vorzustellen. Aber eher Kladde-Mäßig ohne präzise Ausarbeitung der Beschreibungen.

Keine Gewähr, dass dieser in der Nacht geschriebenen Text auf Drogen, Schlafentzug und 72h ohne Essen fehlerfrei ist.


#MeToo – Wahrheit keinen Wert mehr!
Verworfen: Anfang 2019 circa

Provisorisches Cover

Einstmals kam mir die Idee für dieses Buch, ich habe bereits an dem Konzept gearbeitet und begonnen zu schreiben. Aber irgendwie wurde ich mit der einstigen Grundidee nicht wirklich warm.

Kurz angerissen: #MeToo sollte jeder kennen. Darum geht es auch in dem Werk. Nur wollte ich die Rollen vertauschen. Matthias, so der Name des Protagonisten, Selfmade-Millionär, wohnhaft in Blankenese, Frau und Kind, 32 Jahre alt, ist nicht nur Entrepreneur, sondern auch Influencer und, auf jeden Fall in Deutschland, sehr bekannt. So ein wenig wie Trump in Amerika oder Carsten Maschmeyer in Deutschland. Nur im positiven Sinne, da er immer das Wohl der anderen über sein eigenes gestellt hat und dazu durch seinen Charme und leichte Schüchternheit sehr beliebt ist.

Als die Firma, die er vor Jahren mit einem Freund gründete (in der Rohfassung eine auf Handel mit Kryptowährungen spezialisierte Website mit einer breiten Möglichkeit anderer CFD-Trades … Plus500 dient hier als guter Vergleich, mit einem Umsatz von über 700 Millionen € im Jahr 2018) , immer weiter sich von der Leidenschaft Matthias’ entfernt und nur noch auf Gewinnorientierung ausgelegt wird, fasst er nach langem Hadern den Entschluss, seinen Platz als CEO zu verlassen.

Kurz darauf muss er aber in den Nachrichten nicht über seinen Ausstieg, sondern über eine ihm vorgeworfene Vergewaltigung lesen. Dann geht alles ganz schnell. Vom einstigen Vorzeigemilliardär und Star, den alle lieben, zum meist gehassten Menschen Deutschlands. Immer mehr Vorwürfe kommen dazu. Sie beginnen ihn anzufeinden. Er verlässt das Haus nicht mehr. Trinkt, und zwar viel. Verliert seine Frau. Sein Kind. (Gerichtsverhandlungen nicht zu vergessen.)

Nun, das Konzept war noch nicht ganz ausgereift. Aber ich denke, ich wäre in die Richtung gegangen, dass er in seinem früheren Leben als junger Mann, im Alter von, sagen wir zwischen 18 und 21 Jahren, vor allem ein großes Problem mit Alkohol und Drogen hatte. Er ist fest davon überzeugt, dass er unschuldig ist und diese Frau Rache an ihm ausüben will. Ob sofort oder erst später wird ihm klar, dass er sie auch kennt. Und sie auch Sex hatten. Aber die Vergewaltigung ist für ihn frei erfunden.

Gen Ende des Buches wird, wie auch immer das eingefädelt werden würde, klar, dass es stimmt. (Spontane Idee ist, dass ein Video z. B. aufgetaucht ist, wie er die Frau, keine Ahnung, vielleicht in das Hotelzimmer geschliffen hat. Klingt doof, aber naja. So weit war ich noch nicht mit der Ausarbeitung.) Auf jeden Fall soll zum Ende klar sein, dass die Vorwürfe eigentlich stimmen. Und dann fällt vor Gericht die Maske. Im Suff und voll auf Droge hat er die Frau brutalst vergewaltigt. Und nicht nur sie, auch andere Frauen hat er belästigt. Immer mehr Beweise kommen zusammen.

Matthias, der kaum Erinnerung daran hatte, viele auch einfach unterdrückt bzw. falsch abgespeichert, sieht, was er getan hat. Wie das Buch geendet hätte? Nun, mir kämen und kamen hier drei mögliche Ideen in den Sinn.

Je nach dem, in welche Richtung die Geschichte noch gegangen wäre, könnte er 1. sich nach dem Klarwerden seiner Handlungen mit dem Selbsttod. Je nach dem, wie man die Character Arc entwickelt, könnte er auch einen totalen Zusammenbruch haben, und da er wieder dem Alkohol verfallen ist, zum Mörder werden. Das wäre aber schon ziemlich krass. Keine Ahnung, zu sehr will ich mir hier auch nicht Gedanken darüber machen. Ist ja nur ne Kladde.

Grund des Abbruchs: Nun, das hat zwei Gründe. Erstens, wie schon erwähnt, wurde ich mit der Idee und dem Konzept nicht so richtig warm. Und wie man vielleicht gemerkt hat, bin ich auch nach längerer Zeit auf keine gute Conclusion gekommen für das Ende. Oder überhaupt, in welche Richtung genau sich das entwickeln soll. Zweiter Grund ist Forget Home. Mein Sci-Fi/Dystopian/Semi-Postapokalypse/Action-Adventure what so ever – einfach (Soft)Sci-Fi wäre wohl am besten – ist ein großes Projekt, auf dessen Konzept und Idee ich im Kern schon lange vor #MeToo und auch (nicht) Nur ein Spiel kam. Damals fehlten aber Erfahrung und Routine für so ein Berg an Arbeit, vor allem Ausarbeitung. Als ich dann im Februar im Auto einen Geistesblitz hatte, habe ich erstmal mich an dieses Buch gesetzt und will das auf jeden Fall fertigkriegen. Da hätte so oder so #MeToo lange warten müssen, bis ich mich überhaupt irgendwann dem Konzept wieder widme.


HOME – Das erste Konzept
Verworfen: Herbst 2018

Provisorisches Cover

Kurz angerissen: HOME war das erste Konzept, welches ich erarbeitet hatte, aus dem dann schließlich “Forget Home” entstand. Aber ganz von Anfang an. HOME war vom Grundriss her eigentlich eine sehr ähnliche Geschichte wie “Forget Home”. Sieht man ja schon im Titel. Dazu war natürlich auch der Ansatz der selbige. Grundsätzlich war vieles sehr gleich. Protagonisten sind geblieben, die meisten Regeln der Welt auch, die Stadt, der Klima-Kollaps. Aber wo die Reise hinführt? Und vor allem … die Erzählperspektive.

Grundsätzlich war mein größtes Problem ich selbst. Ich habe mich sehr früh an dieses Projekt gewagt ohne viel Erfahrung gesammelt zu haben. Klar, ich habe schon früher viel geschrieben. Aber so richtig ernsthaft ein Buch zu schreiben, das veröffentlicht werden soll? Deshalb kam dann (nicht) Nur ein Spiel an die Reihe. Nun ist es draußen. Es wurden zwar auch hier Fehler gemacht, zu denen ich stehen muss. Aus denen ich lernen muss. Aber ich habe in den 10 Monaten der Arbeit, vor allem auch im Endspurt, viel gelernt. Viel an mir geändert, vom Stil, von der Konstruktion meiner Sätze, Prioritäten neu gelegt, worauf ich den Fokus lege. In einer kurzen Zwischenpause habe ich dann das Projekt HOME noch einmal neu in Angriff genommen. Das meiste übernommen und dann die Welt in all ihren Einzelheiten konstruiert. Vieles im Kopf, einiges im Blog geteilt, wieder vieles als Kladde aufgeschrieben.

Was waren die Fehler?:  Wie schon kurz erwähnt. Mein größer Fehler war wohl die Erzählperspektive. Ein erster Gedanke, wie die Geschichte sich entwickeln soll, ließ mich dazu bewegen, in der Ich-Perspektive zu schreiben. Keine gute Idee. Zumindest nicht für das, was ich erzählen wollte. Im neuen Buch wird also ein personaler Erzähler dem Leser die Geschichte erzählen. Auktoriale Züge wird er nicht annehmen, aber natürlich springt der personale Erzähler durch die Perspektiven. Das war einfach dringend nötig, um eine vielschichtige Story zu erzählen und … ich mag noch nicht zu viel verraten. ^^


Konzept ohne Namen #1 – “Jonas”
Verworfen: Juli 2018

Wie soll ich diese Idee genau beschreiben? Schwierig. Ich wusste selbst damals noch nicht, was genau das werden soll. Und wenn man sich zurückerinnert, klingt es auch irgendwie doof. Naja. Versuch macht klug.

Ein junger Mann wird zum Serienmörder, versetzt Dorf, Land dann ganz Deutschland in Aufruhr. Bis die Polizei ihn schnappt. Jonas, 19 Jahre nur alt. Was ihn dazu bewegte, die Taten begehen? Sie stets live im Internet zu übertragen? Wie hat er die Polizei so lange an der Nase herumgeführt? Viele Fragen bleiben offen und vor allem eine brennt Persona X, weiblich, auf den Lippen (Sorry, habe den Namen nimmer im Kopf und auch nicht mehr die Dateien dazu): Was trieb Jonas dazu, diese Taten zu begehen? Sie will mehr wissen, mehr über Jonas erfahren. Verstehen, warum er es tat, was er fühlte, was ihn bewegte, was er heute denkt. Sie ist nur eine einfache Journalistin, erhält so aber so nach langem Briefkontakt mit Jonas die Möglichkeit sich mehrmals mit ihm zu treffen. Ja und dann? Hmm. So weit war ich noch nicht. Nicht, dass ich etwaige Ideen hätte, gerade in diesem Moment, die man ausbauen könnte aber … nix will so richtig greifen hier. Zumindest nichts, was mich noch catched leider. Naja. So ist das.


Konzept ohne Namen #2 – “NixNadaKusch”
Verworfen: Juni 2019

Zwischendurch habe ich einfach mal ein paar Seiten, etwa 3.00 Wörter und damit eher nur das 1. Kapitel, einer Geschichte geschrieben, wo ich hauptsächlich etwas mit dem Stil spielen wollte. Das war ganz nett und auch relativ lustig. Inspiration hatte ich hier aus der halbautobiografischen Romanen der Patrick Melrose-Reihe.  Auf die ich dank der großartigen BBC-Serie gestoßen bin. Beides empfehlenswert. Nun. Ich wollte nur etwas mit dem Stil rumspielen und dies und das ausprobieren.

Was soll ich sagen. Also ein reicher, junger Mann lebt von dem Geld seines Vaters in der Elphi in Hamburg. Das Buch beginnt damit, wie er auf dem Balkon steht. Dann wird er von hinten erschreckt und er stürzt. Und ja. Keine Ahnung. War skurril alles, was da noch so kam. War auch nie für die Öffentlichkeit gedacht, obwohl ich natürlich schon mehr Handlung entwickelt hatte und Charaktere mit ihren Persönlichkeiten und einer Vergangenheit und einen sehr brüchigen Grundriss.


Konzept ohne Namen #3
Wie Ideenfindung bei mir funktioniert

Gibt es noch nicht. Klar gab es wahrscheinlich schon 100 Ideen, aber bei mir arbeite ich bei wenigen dann weiter. Meistens gehe ich so vor: Wenn ich eine Idee habe, dann habe ich auch eigentlich so gut wie sofort ein Konzept, eine grobe Handlung, Charaktere und alles im Kopf. Natürlich nicht ausgereift und alles noch sehr grob. Sehr, sehr grob. Dann belasse ich es dabei und gehe erstmal weiter durch die nächsten Tage. Wenn die Idee sich in meinem Kopf nebst so vielen anderen Einfällen aber manifestieren konnte und ich nicht aufhören konnte, an ihr weiterzuarbeiten, oder kurz; sie nicht vergesse, dann war es auf jeden Fall keine Schnapsidee mehr. Und dann ja … werde ich ggf. kleinere Detailarbeiten vornehmen.

Ja, ich hatte auch noch früher, als ich jünger war, Ideen und alles. Aber das wäre jetzt hier nicht mehr passen. ^^ Aber zukünftige Konzepte, die ich habe und verwerfe, werden oben an die Liste angefügt.